Problementwicklungen im Immobiliensektor
Zitierfähige wissenschaftliche Dokumentationen bezüglich dieser kritischen Anmerkungen über die Folgen gesellschaftlicher Veränderungen im Immobiliensektor werden hier nicht aufgeführt.
Die Weltbevölkerung nimmt weiter zu, gleichzeitig werden immer mehr Ressourcen unwiederbringlich verbraucht und zerstört. Die Oberfläche der Erde lässt sich nicht vergrößern, aber die nutzbare Fläche der Erde nimmt ab. Metropolen und Städte werden als Wohnort immer begehrter, so dass für Normalverbraucher die Mieten in den Städten unerschwinglich werden. Um diese Problematik in zumutbare Rahmen zu kanalisieren, sind Planer der Ansicht, dass zur Problemlösung in Städten eine Wohnraumverdichtung beitragen kann.
So wird z.B. über Enteignungen nachgedacht, um eine Verdichtung in Metropolen zu ermöglichen. Allerdings wird dabei häufig verschwiegen, dass gerade eine Wohnraumverdichtung zu neuen Problemen führen kann. Lebenswerte Räume für Natur und Mensch werden dadurch vernichtet und machen Platz für seelenlose Wohnhöhlen. Soziale und zwischenmenschliche Netzwerke werden infolge der Wohnraumverdichtung unwiderruflich zerstört und vergleichbare, funktionsfähige neue Netze nicht aufgebaut. Stattdessen nehmen die sozialen Spannungen zu. Wer es sich leisten kann, flüchtet aus diesen menschenfeindlichen Betonwüsten in "bessere" Wohngegenden. Übrig bleiben jene, welche für eine Flucht in andere Regionen keine Möglichkeiten haben oder die sich mit der Situation notgedrungen arrangiert haben.
Jene, welche allerdings mit einer Wohnraumverdichtung Geld verdienen oder andere, welche hiermit ihre Ideologie bestätigt sehen, werden derartige Vorgehensweisen begrüßen und befürworten und kritische Anmerkungen, wie hier, als Belästigung empfinden.
Zuweilen kann es aber auch hilfreich sein, ideologisch gesteuerte Verhaltensmuster zu minimieren und wissenschaftliche Erkenntnisse bei der Planung und Gestaltung funktionsfähiger Wohnräume zu berücksichtigen.
Interessant erscheint hierbei - insbesondere bei einer geplanten Wohnraumverdichtung - die Berücksichtigung der Perkolationstheorie. In Bezug auf diese Theorie können Wohnraumverdichtungen mit Bildung von Clustern unterhalb einer kritischen Schwelle durchaus hilfreich sein. Wenn allerdings eine kritische Konzentration erreicht wird, dann erfährt das gesamte System eine starke Veränderung ihrer Eigenschaften. Die Frage ist nur, welche Parameter bei Wohnraumverdichtungen sich mit der Perkolationstheorie beschreiben lassen und wann die Nähe einer kritischen Konzentration erreicht ist. Entscheidungsträgern, welche eine Wohnraumverdichtung als Problemlösung betrachten, ist daher zu empfehlen, sich die Perkolationstheorie von versierten Mathematikern erklären zu lassen und alle denkbaren Folgen zu berücksichtigen.
Zu vermuten ist, dass eine Wohnraumverdichtung unter Einbeziehung der dritten Dimension und weiteren, unberechenbaren Parametern zu morphologischen und funktionellen Veränderungen führen wird und somit infolge einer mehrdimensionalen Perkolation die Nähe einer kritischen Konzentration schneller erreicht werden kann mit der Gefahr einer exponentiellen Zunahme bekannter und bisher unbekannter Probleme.
